Zum runterladen:

NSG - Tal der Langballigau

 

Hinweis ! :

Die meisten Bilder werden vergrößert, wenn Sie draufklicken !

Das Tal der Langballigau


 

Die Langballigau ist der zweitgrößte Zufluß der Flensburger Förde.


Sie ist gut 15 km lang. Die Au durchschneidet die Randmoräne des Gletschers, der dort lag,  wo heute die Flensburger Förde verläuft.

 

Während der letzten Eiszeit (Weichseleiszeit (70 000 - 10 000 v.Chr.) lagen ungeheure Eismassen über unserer Landschaft. Unter dem Eis sammelte sich Wasser, das unter großem Druck an den Eisrändern nach oben gepresst wurde.Es riß tiefe Rinnen in die vor dem Gletscher abgelagerten Erdmassen und strömte hier nach Westen in Richtung der heutigen Nordsee.

 

Eine solche Rinne war der Ursprung der Langballigau. Geologen sprechen hier von einem Tunneltal.

 

Als das Eis zurückwich , blieb die Förde. Damals lag der Wasserspiegel der Ostsee noch um rund 20 Meter tiefer als in der heutigen Zeit.

Erst vor 5000 - 7000 Jahren stieg der Wasserspiegel auf den heutigen Stand. Ein Teil des Wassers aus Angeln floß nun durch das Tal der Langballigau in die Förde.

Schwemmsand füllte im Laufe der Zeit den Talboden wieder auf. Auf den grundwassernahen Flächen entstanden später Moore und Bruchwälder. Im Laufe der Zeit hat sich vor der Mündung der Au ein Strandwallfächer vorgelagert. Dieser hat sich aus der Abtragung von Material der Steilküsten durch Strömung und Wellenschlag gebildet. Dadurch und später durch den Menschen wurde die ursprüngliche Mündung der Langballigau nach Westen verlagert.

Die Entdeckung eines Gräberfeldes der Wikinger auf dem mittleren Bereich des Strandwalles deutet darauf hin, dass in der Umgebung seit 850 n. Chr. bereits Menschen gesiedelt haben. Später wurden die Wälder im Tal vollständig gerodet und durch Anlage von Entwässerungsgräben in neue Nutzflächen für die Landwirtschaft umgewandelt. Die mühselige Arbeit der Bewirtschaftung dieser Flächen lohnt sich jedoch für die moderne Landwirtschaft nicht mehr.

Die Langballigau, ihre Seitenbäche und Quellen gehören zu den ursprünglichsten Lebensräumen des Autales.

Charakteristische Arten klarer, schnell strömender Gewässerabschnitte wie die Gebirgstelze und der Eisvogel kommen ebenso vor wie seltene Sauergräser und Schneckenarten in den sumpfigen Quellbereichen. Im Bereich der Mündung, bis etwa 1 km talaufwärts, wirkt sich noch der Einfluss von Überschwemmungen mit dem salzhaltigen Ostseewasser auf die Vegetation aus. Eine typische Art dieser Salzwiesen ist der Strand- Dreizack. In den quelligen Randlagen der Niederung wachsen Erlen-Eschen-Wälder und Eschen- Wälder.

Auffällig ist der gefährdete Riesenschachtelhalm  mit seinen fast meterhohen Trieben. In den nassen Erlenbruchwäldern treten Schwertlilie und Wasserminze auf. Hangaufwärts folgen Edellaub-Mischwälder mit Bergahorn, Ulme, Buche und Esche oder reine Buchenwälder auf mehr oder weniger kalkreichen Böden.

Das Tal der Langballigau ist eines der landschaftlich reizvollsten Bachtäler an der schleswig- holsteinischen Ostseeküste. Das tief in eine Grundmoräne eingeschnittene Tal mit seinen naturnahen Hanglaubwäldern und Feuchtbiotopen sowie seinem mäandrierenden Bach beherbergt eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt. Mit einer Größe von 124,53 ha wurde es deshalb 1990 zum Naturschutzgebiet erklärt.

 

' Es soll die Natur in ihrer Gesamtheit, ihrer Eigenart und Schönheit, mit ihren vielfälltigen Pflanzen- und Tiergesellschaften besonderen Schutz genießen. '